Rezension: „Die Fck-it-Liste“ – John Niven rechnet mit Präsidenten-Clown ab

Der schottische „Mann fürs Grobe“ John Niven hat mit „Die Fck-it-Liste“ eine bitterböse und tiefschwarze Satire über die Ära-Trump geschrieben und unterhält dabei vortrefflich – wenn auch etwas voraussehbar.

2026: Donald Trump hat die Wahl 2020 gewonnen und als seine Nachfolgerin sitzt nun Ivanka im Weißen Haus. Die USA sind ein anderes Land geworden, in dem es Minderheiten nun ganz unverhohlen an den Kragen geht und Abtreibungen verboten sind. Die Waffenlobby hat sich auf der ganzen Linie durchgesetzt.

Fck-it-Liste John Niven
Gewalt blumig duftend beschrieben – „Die Fck-it-Liste“ von John Niven. (Cover: Heyne Hardcore)

Frank Brill ist Anfang 60 und war mal Chefredakteur einer Regionalzeitung. Seit diese eingestellt wurde, ist er im Ruhestand. Als er von seinem Arzt die Diagnose Krebs im Endstadium bekommt, beschließt er, ein Projekt, an dem er schon seit Jahren arbeitet, in die Tat umzusetzen.

Denn einerseits bleibt ihm nicht mehr viel Zeit, andererseits hat er ja auch nichts mehr zu verlieren. Und so fährt er quer durch die Vereinigten Staaten, um sich an den Menschen zu rächen, die sein Leben versaut haben. Und da gibt es einige …

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Albtraumhaftes Zukunftsszenario

Niven entwirft ein albtraumhaftes Zukunftsszenario, in dem der Populismus ganze Arbeit geleistet hat. Jeder darf seine Waffe offen tragen und Amokläufe gehören inzwischen zur Tagesordnung. Frank Brill, der bisher noch nicht mal ein Tier getötet hat, braucht etwas Anlaufzeit, bevor er sich wie ein echter Profikiller fühlt und die moralischen Bedenken ablegt.

Er hat bald einen Verfolger auf den Fersen, den altgedienten Polizisten Chops, der so ziemlich alle widerlichen Charaktereigenschaften besitzt, die man sich vorstellen kann. Und so zieht sich eine Spur der Verwüstung und Zerstörung hinter den beiden her durch das ganze Land.

„Die Fck-it-Liste“ von John Niven (Heyne Hardcore) in unserem Online-Buchshop

Zarte Gemüter sollten von dem Buch lieber die Finger lassen. Denn das Niven weiß, wie man Gewalt blumig duftend beschreibt, ist ja kein Geheimnis. Hier steigert er sich aber nochmal um einiges. Für diejenigen, die es hingegen derb und deftig mögen, wartet hier ein wunderbares Buch darauf, entdeckt zu werden!

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Bildnachweis: John Niven. (Bild: Erik Weiss/Randomhouse)

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Autor: Mikis Wesensbitter

Mikis Wesensbitter wäre eigentlich ein waschechter Ostberliner geworden, wenn nicht Ende August 1968 ein Unfall bei der Deutschen Reichsbahn den kompletten Schienenverkehr der DDR lahmgelegt hätte. So kam er in Zossen zur Welt. Pünktlich zur 25. Wiedervereinigungsfeier erschien mit "Wir hatten ja nüscht im Osten … nich’ ma Spaß" Mikis Tagebuch aus dem Jahre 1989 in der Edition Subkultur.

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