Literatur-Nobelpreis für Olga Tokarczuk: Buch als Fahrkarte in Breslau

Literatur-Nobelpreis 2018 für Olga Tokarczuk
Literatur-Nobelpreis 2018 für Olga Tokarczuk. (Foto: © Nobel Media 2019. Illustration: Niklas Elmehed)

Der im vergangenen Jahr nicht vergebene Literatur-Nobelpreis für 2018 ging an die polnische Autorin Olga Tokarczuk. Im polnischen Breslau können zur Feier der Preisvergabe am Wochenende Fahrgäste kostenlos mit Bus und Straßenbahn fahren. Wenn sie ein Buch der Autorin dabei haben.

Neben dem österreichischen Schriftsteller Peter Handke für 2019 hat in diesem Jahr auch die polnische Autorin Olga Tokarczuk den Literatur-Nobelpreis gewonnen. Der Preis war im vergangenen Jahr nicht vergeben worden. Grund waren Missbrauchsvorwürfe und Rücktritte von Jury-Mitgliedern.

Literatur-Nobelpreis: Tokarczuk und Handke gewinnen

Dafür verlieh die Schwedische Akademie in diesem Jahr gleich zwei Preise. Während Handke schon seit Jahren als potenzieller Preisträger gehandelt wird, ist Tokarczuk schon eher eine Überraschung. In Polen ist die 56-jährige Autorin natürlich längst eine Berühmtheit. Im englischsprachigen Raum hat sie sich mit dem Buch „Unrast“ einen Namen gemacht. Literaturfans dürften den Namen schon gehört haben. Schließlich hat sie zahlreiche, auch internationale Literaturpreise erhalten, darunter den Man Booker International Prize.

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Der Spiegel beschreibt Tokarczuks Schreibstil als poetisch, märchenhaft und mit ironischen Brechungen. In Polen gilt sie als esoterische Feministin. Sie hat in Warschau Psychologie studiert und sich mit C.G. Jung auseinandergesetzt. Heute lebt sie in Niederschlesien. Sie ist seit Juni Ehrenbürgerin der Stadt Breslau (Wrocław), in der sie einige Zeit lebte.

Und das bringt uns zurück zum Eingangsthema. Denn in Breslau dürfen zur Feier des Preises für die Ehrenbürgerin alle Fahrgäste am Wochenende kostenlos mit Bus und Straßenbahn fahren. Wenn sie denn ein Buch der neuen Nobelpreisträgerin vorweisen können.

Wir empfehlen zum Einstieg Tokarczuks preisgekrönten Roman „Unrast“. Darin geht es um miteinander verwobene Schicksale, etwa eines Anatomen, der die Achillessehne entdeckte, um eine slawische Wandersekte namens Bieguni oder die Schwester Chopins.

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