Piraterie: Geklaute E-Books kosten Verlage und Autor*innen 300 Millionen

(Bild: Pocketbook)

E-Book-Piraterie, also das illegale Angebot von E-Books auf entsprechenden Plattformen, ist ein großes finanzielles Problem. Oft sind die Webseiten zudem gar nicht mehr von legalen Abodiensten wie Scribd oder Kindle Unlimited zu unterscheiden. 300 Millionen Dollar sollen Verlagen und Autoren in den USA 2018 entgangen sein.

Ähnlich wie bei Musik oder Filmen gibt es auch bei digitalen Büchern mittlerweile jede Menge Möglichkeiten, legal an neues Futter zu gelangen. Scribd oder Kindle Unlimited ebenso wie im deutschsprachigen Raum Readfy oder Skoobe bieten Zugriff auf Zehntausende E-Books. Dafür fällt lediglich ein geringer monatlicher Beitrag an. Oder Leser*innen müssen Werbung in Kauf nehmen.

E-Books kostenlos, aber illegal

Dass viele Menschen dennoch auf einschlägige Portale zurückgreifen, um dort kostenlose E-Books abzugreifen, scheint auf ein diesbezüglich fehlendes Unrechtsbewusstsein hinzudeuten. Auch schlichte Gier oder eine Art sportliches Interesse am E-Book-Klau könnte dahinterstecken. Mittlerweile haben aber die E-Book-Piraterie-Seiten auch aufgerüstet. Sie nehmen selbst monatliche Gebühren und geben sich so den Anschein, ihr Angebot sei legal. Für manche*n Nutzer*in scheint die Illegalität des Angebots nicht auf den ersten Blick erkennbar zu sein.

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Skoobe bietet E-Books als Flatrate mit monatlichen Gebühren
Skoobe bietet E-Books als Flatrate mit monatlichen Gebühren. (Screenshot: Skoobe/MBW-Blog)

Das hilft den Verlagen und Autor*innen natürlich nicht weiter. Allein in den USA sollen ihnen im vergangenen Jahr 300 Millionen Dollar an Umsätzen entgangen sein, wie Good-E-Reader berichtet. Der Trend zur E-Book-Piraterie soll in den vergangenen Jahren sogar weiter angestiegen sein. Dabei ist das Angebot an legalen Anbietern ebenfalls gewachsen. Und auch die Möglichkeiten, legal an einzelne digitale Bücher zu kommen, sind vielzählig. Auch bei uns im Online-Shop könnt ihr ganz bequem und legal E-Books eurer kaufen und sofort auf euren E-Book-Reader laden. Man könnte also meinen, illegale Downloads seien nicht notwendig.

10 Prozent der E-Books auf deutschen E-Book-Readern gekauft

Das scheinen E-Book-Leser*innen nicht nur in den USA aber ganz anders zu sehen. Ein paar interessante Zahlen gefällig? In Großbritannien etwa geht die Patentbehörde davon aus, dass 17 Prozent der gelesenen E-Books illegal seien. In Deutschland sollen laut GfK nur 10 Prozent der digitalen Bücher auf E-Book-Reader bezahlt worden sein. Neben Gratis-E-Books handle es sich zum großen Teil um geklaute E-Books. In Russland würden sogar 92 Prozent der E-Book-Nutzer*innen die Bücher illegal herunterladen.

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