Neue Bestseller-Charts von Amazon – was Nutzer*innen wirklich lesen und hören

Amazon Charts zeigen Bestseller und mehr. (Screenshot: Amazon)

Amazon hat neue Bestseller-Charts an den Start gebracht, die nicht nur zeigen sollen, welche Bücher sich am besten verkauft haben. Vielmehr soll sich in den Amazon Charts Top 20 auch widerspiegeln, was Nutzer*innen wirklich lesen und/oder hören.

Herkömmliche Bestseller-Listen zeigen im besten Fall, welche Bücher sich über einen bestimmten Zeitraum hinweg am meisten verkauft haben. Amazon will jetzt eine andere Art der Chart-Aufstellung gefunden haben. Die neuen Amazon Charts Top 20 sollen nicht nur zeigen, was Nutzer*innen dort gekauft und geliehen haben. Darüber hinaus werden die Bücher, E-Books und Hörbücher auch danach gelistet, wie oft sie gerade gelesen oder gehört werden.

Meistgelesen oder meistverkauft: Bestseller-Liste von Amazon

Dabei kann Amazon auf die Daten seines Hörbuch-Dienstes Audible und der Lese-Flatrate Kindle Unlimited sowie Prime-Reading zurückgreifen, wie Caschys Blog schreibt. Zunächst gibt es einmal eine Top-20 für Belletristik und Sachbücher, die sich in „meistgelesen“ und „meistverkauft“ teilt. Zudem stellt Amazon der Bestseller-Liste die Rezensionen zur Seite. Wer will, kann sich eine Hörprobe anhören oder einen Auszug aus dem Kindle-E-Book lesen.

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Das Charts-Angebot des E-Commerce-Riesen ist natürlich mal wieder eine neue Herausforderung für unabhängige Buchhändler*innen, aber auch eine Chance. Denn gerade die „meistgelesen“-Liste zeigt, was Leser*innen aktuell als E-Book lesen oder als Hörbuch hören. Eine interessante Anregung für stationäre Buchhändler*innen und unabhängige Online-Shop-Betreiber*innen. Nach diesen Bestsellern kann man etwa prima seine Social-Media-Aktivitäten oder Newsletter-Kampagnen ausrichten. Auch Empfehlungen, nach dem Motto: „Das liest Mann/Frau gerade“ lassen sich so prima abgeben.

Vergleicht man mal die Amazon-Charts mit der Spiegel-Bestsellerliste, zeigen sich nämlich durchaus einige Unterschiede. Bei Amazon haben es im Sachbuchbereich einige ältere Titel, Dauerbrenner wie „Ich bin dann mal weg“ (Hape Kerkeling) oder John Streleckys „Das Café am Rande der Welt“, ganz nach vorn geschafft.

Dauerbrenner und Self-Publisher in den Amazon-Charts

Ähnliches auch bei der Belletristik. Hier tummeln sich unter „meistgelesen“ drei „Harry-Potter“-Bücher und zwei „Känguru“-Titel in den Top-5. Charakteristisch bei Amazon ist natürlich auch die Vormachtstellung der Self-Publisher. Das meistverkaufte Belletristik-Buch bei Amazon, „Der Blütenjäger“ von Catherine Shepherd, findet sich gar nicht in den Top-20 der Spiegel-Bestsellerliste. Übrigens auch nicht in den aktuellen Top-20-Buchcharts von mediacontrol.

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