Rezension: „Aus dem Dachsbau“ von Dirk von Lowtzow

Aus dem Dachsbau von Dirk von Lowtzow
"Aus dem Dachsbau" von Dirk von Lowtzow – Kiepenheuer & Witsch. (Bild: Jörn Brien, MBW)

Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow hat mit „Aus dem Dachsbau“ sein literarisches Debüt hingelegt. Lohnt sich das Buch auch für jene, die bisher nicht mit dem musikalischen Output des 48-Jährigen in Berührung gekommen sind? Jein, mein ich.

Als Fan von Tocotronic und Dirk von Lowtzow, dem Frontmann der Band, kann man von mir in diesem Fall nur wenig Neutralität erwarten. Natürlich war ich begeistert, nach einem Dutzend Platten und ein paar Hörspielen jetzt das erste Buch von Dirk von Lowtzow in den Händen zu halten. Und natürlich habe ich das nur 180 Seiten starke Büchlein an zwei Tagen gelesen. Aber: Ich habe eine ganze Weile gebraucht, meine Gedanken dazu soweit zu ordnen, dass ich euch eine kurze Rezension zu „Aus dem Dachsbau“ anbieten kann.

Biografische Schnipsel, träumerische Beobachtungen

AAus dem Dachsbau“ von Dirk von Lowtzow. (Cover: Kiepenheuer & Witsch)

Woran das liegt? Wahrscheinlich daran, dass das Buch zwischen real erscheinenden biografischen Schnipseln, träumerischen Beobachtungen und philosophischen Gedanken hin- und hermäandert. Manches ist dabei durchaus poetischer Genuss für Leser*innen, literarische Kost oder interessantes Leseerlebnis. Anderes fand ich persönlich aber recht dürftig – oder kann man sagen, langweilig?

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Berührt hat mich vor allem die Geschichte Alexanders, des offenbar besten Freundes seit Jugendtagen. „1996 stirbt Alexander mit 26 Jahren an einem Gehirntumor.“ So beginnt das zweite Kapitel, das den Namen des verstorbenen Freundes trägt. Immer wieder werden Leser*innen im Laufe der Lektüre mit Alexander in Berührung kommen, neue Details zu der Beziehung der beiden Freunde erfahren.

Achja, wie das aus dem Titel erscheinende ABC auf dem Buchcover andeutet, ist „Aus dem Dachsbau“ in Form einer Enzyklopädie aufgebaut. Es geht von A wie Abba bis Z wie Zeit. Bei L wie Lotso gibt es endlich einmal eine Erklärung dafür, wie man den Nachnamen nun eigentlich ausspricht – prima für Partygespräche, bei denen man mit Halbwissen angeben will.

„Aus dem Dachsbau“: Dem Idol näher

Hat mich das Buch gepackt? Ja. Vor allem, weil man als Fan doch das Gefühl hat, dem Idol etwas näher zu sein. Gibt es etwas zu meckern? Ja. Bis auf die Einsprengsel zu Alexander und den hoffentlich wirklich persönlichen Gedanken zum Touralltag, der Einsamkeit und Kunst und Kultur, bleibt Dirk von Lowtzow in seinem Buch seltsam blass und nett.

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Ich hätte mir noch mehr Details aus dem Leben, ja, auch dem Liebesleben, gewünscht. Mich hätte interessiert, wie die Bandmitglieder nach 25 Jahren zueinanderstehen. Manchmal hat man das Gefühl, vor allem aus den frühen Songtexten mehr erfahren zu haben als aus dem Buch. Aber wer bin ich, dass ich Dirk von Lowtzow vorschreibe, worüber er schreiben soll. Es handelt sich ja auch nicht um eine Autobiographie.

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