Todesangst vor Büchern – Unheimliches Phänomen Bibliophobie

Bibliophobie – die Angst vor Büchern. (Bild: Fotolia/Bulat)

Bücher lösen bei vielen Menschen ein wohliges Gefühl aus. Die Erinnerung an schöne Stunden, angenehme Menschen, stimmungsvolle Orte wie Bibliotheken oder Buchhandlungen, bestimmte Werke. Manche Menschen, Biblioman*innen, leiden aber an dem Zwang, Bücher sammeln zu müssen. Noch schlimmer ist da wohl nur noch die Bibliophobie – die Angst vor Büchern.

Bibliophobie: Bücher machen manchen Menschen Angst

Die Bibliophobie (von Biblio/Buch und Phobos/Angst) ist eine spezifische, aber irrationale Angst. Schließlich bergen Bücher keine konkrete Gefahr. Irrational kann etwa auch die Angst vor dem U-Bahnfahren oder vor Tunneln sein. Meist wissen die Betroffenen, dass ihre Angst unbegründet ist. Sie können aber oft nur mit professioneller Unterstützung diesem Kreislauf entkommen.

Ängste, wie auch die Bibliophobie, äußern sich in Herzrasen, dem Ausbrechen von Schweiß oder dass sich einem die Kehle zuschnürt, man Bauchdrücken bekommt. Auch Verspannungen und Schwindel können auftreten. Selten ist das nicht. Mindestens jede*r Zehnte leidet einmal im Leben an einer Angststörung.

Bibliophobiker*innen ängstigen sich vor Büchern. Wie viele es von ihnen gibt, ist nicht klar. Denn die Vermeidung ist in diesem Fall wohl kaum hinderlich für einen normalen Alltag. Allerdings können Menschen, die sich vor Büchern fürchten, auch Angst vor Buchorten wie Bibliotheken oder Buchhandlungen haben.

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Wie Martina Berg von Buechersammler.de via Auctionata Auktionen schreibt, ist die Angst manchmal auch auf bestimmte Themengebiete wie Magie beschränkt. Die Bibliophobie kann aus Leseschwierigkeiten oder Analphabetismus resultieren und die Angst vor Büchern zugleich noch steigern.

Bibliophobie – auch Hass auf Bücher ist gemeint

Im größeren Maßstab lässt sich Bibliophobie auch mit dem Hass auf Bücher in Zusammenhang bringen. So werden laut englischsprachiger Wikipedia auch Zensur und Bücherverbrennung damit verbunden.

Spannend: In seinem 2011 erschienenen Buch „Bibliophobia: Hatred of the Book in the Middle Ages“ beschreibt Tom Shippey die Angst vor Büchern im Mittelalter. Damals konnte der überwiegende Teil der Menschen nicht lesen. Klerus , Adel und reiche Bürger hatten die Macht über das geschriebene Wort – seien es religiöse oder etwa juristische Texte.

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