Qualifiction: Diese KI-Software sagt dir, ob dein Buch ein Bestseller wird

Score für Bestseller
KI erkennt Bestseller-DNA. (Bild: Qualifiction)

Es klingt ein bisschen wie der Blick in die Glaskugel. Aber warum soll es mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz eigentlich nicht möglich sein, einen Bestseller vorherzusagen. Schließlich haben ja viele Bestseller-Autoren offenbar ein Rezept gefunden. Zurzeit können Verlage die Software nutzen. Bald sollen aber auch Autoren ihre Texte auf Bestseller-Qualitäten hin untersuchen lassen können.

Stephen King hat es gefunden, Jojo Moyes ebenso wie Sebastian Fitzek. Und es gibt noch eine ganze Reihe anderer Autor*innen, die offenbar das Bestseller-Rezept ausfindig gemacht haben. Leser*innen erscheint es, als würde jedes Buch, das sie schreiben, automatisch zu einem Verkaufserfolg. Egal, wie schwierig Themenfindung, Schreiben, Erfolgsdruck und alles Weitere sind: Manche Autoren, wissen anscheinend, wie Bestseller geht.

KI-Software verspricht, Bestseller-Potenzial zu erkennen

In den Genuss dieses Wissens könnten bald auch weitere Autor*innen kommen. Zumindest wenn es stimmt, was die Macher*innen der KI-Software Qualifiction versprechen. Sie wollen nämlich das Rezept gefunden haben, wie sich das Bestseller-Potenzial von Texten vorhersagen lässt. Die Software nimmt die eingereichten Texte unter die Lupe und bewertet sie nach bestimmten Kriterien.

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Dabei fließen der Stil, der Spannungsbogen und die Stimmung des Textes mit in die Bewertung ein. Die Bestseller-DNA gibt dann die Wahrscheinlichkeit aus, mit der der vorgelegte Text zum Bestseller werden würde. Vorteil: Verlage könnten sich erfolgreicher durch die Manuskript-Mengen wühlen. Autor*innen vor dem Abschicken an einen Verlag Sicherheit darüber erlangen, ob ihr Buch es „drauf hat“. Nachteil: Irgendwann werden nur noch Bestseller produziert, Abweichungen vom Mainstream hätten kaum mehr eine Chance auf Veröffentlichung.

„Auf Grundlage von Künstlicher Intelligenz (KI) stellt unsere Software einen Zusammenhang her zwischen den Erkenntnissen aus bereits bestehenden Werken und deren Kennzahlen aus Abverkauf und Bestseller-Platzierung. Dieser Zusammenhang wird auf neue Manuskripte angewendet und eine Erfolgswahrscheinlichkeit ermittelt.“

Qualifiction

Die Software nutzt übrigens Tausende Bestseller sowie Ladenhüter zum Vergleichen und lernt immer wieder dazu. Auf der Buchmesse Leipzig können Autor*innen und Verlage die Lösung kennenlernen. Dann soll auch eine Beta-Version für Autor*innen starten. Ab April 2019 gibt es zudem Tipps von der Lektorin Susanne Pavlovic („Textehexe“). Verlage können die Software schon jetzt verwenden. Im kleinsten Paket für den Test von bis zu 30 Manuskripten werden dafür 349 Euro fällig.

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Ähnliches haben übrigens schon vor einigen Jahren die US-Literaturprofis Jodie Archer und Matthew Jockers entwickelt – einen Algorithmus, der einen Bestseller mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent (laut Buchbeschreibung neuerdings sogar von 97 Prozent) erkennen soll. Nachzulesen ist das in ihrem Buch „Der Bestseller-Code“ (bei uns im Shop: Gebunden, 20,60 Euro/EPUB-E-Book, 17,99 Euro).

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