Ellen Dunne: „Patsy hat noch ein, zwei Abenteuer auf Lager“

Ellen Dunne
Ellen Dunne. (Foto: Myles Shelly/Facebook)

Vor wenigen Tagen hat Ellen Dunne ihren neuen Kriminalroman „Schwarze Seele“ veröffentlicht. Wie schon im Vorgänger „Harte Landung“ spielt auch im neuen Werk die deutsch-irische Kommissarin Patsy Logan die Hauptrolle. Wir haben mit Ellen Dunne gesprochen und sie zu ihrer Vorliebe für Irland, einen möglichen nächsten Patsy-Logan-Fall und ihren Umgang mit sozialen Medien und öffentlichen Lesungen befragt.

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MBW-Blog: Wie bist du zum Schreiben gekommen und kannst du jetzt davon leben?

Ellen Dunne: Ich schreibe – Achtung, Klischee! – schon, seit ich 12 bin. Mit 19 bin ich nach meiner Ausbildung eher durch Zufall in einer Werbeagentur und dort sehr schnell beim Texten gelandet. Vom Schreiben lebe ich erst seit meinen frühen 30ern, aber nur, weil ich wie viele Autor*innen zwei Jobs habe. Meine Bücher nehmen zwar viel Zeit in Anspruch, tragen aber bisher nur zu einem kleinen Teil zu meinem Einkommen bei. Das verdiene ich mir vor allem als freie Texterin und Kreativübersetzerin (D/E).

Ist Ellen Dunne dein „richtiger“ Name?

Nein, es ist ein Pseudonym, das ich 2011 für meinen damals erscheinenden Romanerstling angenommen habe, der in Nordirland spielt. Ich wollte die Leser*innen nicht mit meinem alpin-österreichischen Namen verwirren. Dann ist Ellen an mir hängen geblieben und ich fühle mich bisher sehr wohl mit ihr. 

Woher kommt deine Vorliebe für Irland?

Tja, eine lange Geschichte, die im Kino begonnen hat. Vom Film „Im Namen des Vaters“ war ich damals als Teenager derart mitgenommen, dass ich unbedingt mehr über den Nordirlandkonflikt wissen wollte. Das Interesse und die Liebe für die ganze Insel kam dann mit der Zeit „im Tandem“. 2004 ergab sich dann die Gelegenheit, in Irland zu arbeiten. Und hier bin ich noch immer. Ich schulde Jim Sheridan (dem Regisseur von Im Namen des Vaters) also noch einen Geschenkskorb. Er hat, ohne zu übertreiben, mein Leben verändert.

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Gibt es Vorbilder im „echten“ Leben für deine Figuren?

Nicht bewusst. Aber worüber sonst als über eigene Beobachtungen und Erfahrungen sollte man als Autorin schreiben? Ich vermute also: Alle meine Charaktere sind verhackstückte Seiten von mir oder Menschen, die ich kenne oder beobachtet habe – zu neuen Persönlichkeiten zusammengesetzt, die in meinem Kopf natürlich real existieren.    

Wie gehst du mit dem Thema Lesungen um – liebst du es oder hasst du es, vor vielen Menschen aufzutreten?

Bei meinen ersten Lesungen war ich sehr nervös, muss ich zugeben. Aber inzwischen liebe ich diese Gelegenheit, Leser*innen persönlich zu treffen, mit ihnen in Kontakt zu treten, und ja, auch ein bisschen für sie zu performen. Ich bin ein sehr geselliger Mensch, und für mich ist es ein guter Ausgleich zur einsamen „Stillarbeit“ am Schreibtisch.

Wann wird der nächste Patsy-Logan-Fall zu lesen sein? Hast du dir ein Limit für die Reihe gesetzt?

Ich bewundere Autor*innen, die einfach mal so fünf-, sechsteilige Krimiserie im Voraus planen. Für mich ist die Entwicklung von Patsy etwas, das ich von Fall zu Fall beobachte. Und sie ist ziemlich unberechenbar … Derzeit sieht es so aus, als hätte Patsy noch ein, zwei neue Abenteuer auf Lager. Wann die veröffentlicht werden, kann ich leider noch nicht verraten.

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Pflegst du einen besonderen Umgang mit sozialen Medien? Nur fürs Business oder auch privat? 

Da verschwimmen die Grenzen ein wenig, um ehrlich zu sein. Gerade wenn man viel allein am Schreibtisch arbeitet, sind die sozialen Medien oft der einzige Kontakt. Außerdem habe ich dadurch viele tolle Menschen kennenlernen und ins „echte Leben“ mitnehmen dürfen. Andererseits nimmt diese Pflege der online-Beziehungen viel Zeit in Anspruch, und irgendwann muss ich auch mal was schreiben – und will mein Offline-Leben pflegen. Da eine Balance zu finden, daran arbeite ich noch. Am besten klappt das mit meinen Katzen. Wenn es denen reicht, setzen sie sich auf meine Tastatur und Schluss ist.

Wie viele Seiten/Stunden schreibst du am Tag?

Schneller Brüter bin ich nicht gerade. Produktive Schreibstunden schaffe ich maximal 5 bis 6. Kurz vor einer Deadline auch mehr. Die restlichen Stunden sind nachdenken und Notizen machen und E-Mails schreiben – und natürlich Social Media. 

Willst du deinen Fans in Österreich noch etwas Besonderes sagen?

Schön, dass es euch gibt!

Danke für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

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