Lange Texte: Buch ist dem Bildschirm überlegen

(Foto: Fotolia.com/Alextype)

Bücherfreunde haben es sich schon gedacht. Jetzt hat eine Analyse zahlreicher Studien bewiesen: Das Buch ist dem Bildschirm überlegen. Zumindest wenn es darum geht, lange und komplexe Texte zu lesen und zu verstehen. Der Grund: Der Körper liest mit.

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In der sogenannten Stavanger-Erklärung hat eine Gruppe aus 130 Wissenschaftlern kürzlich betont, dass beim Textverständnis der Bildschirm dem Druck unterlegen ist. Die Leseforscher hatten zuvor 54 Studien mit mehr als 170.000 Teilnehmern in vielen Ländern der Welt analysiert.

Lesen: Gedrucktes Buch hat seine Vorteile

Der Befund sei eindeutig: „Die digitale Technik macht das Lernen nicht automatisch leichter und erfolgreicher. Der Druck hat immer noch seine Vorzüge, vor allem bei der Lektüre langer und komplexerer Texte“, wie der Leseforscher Miha Kovac der FAZ sagte.

Der Philosoph Wolfram Eilenberger unterstützt das Ergebnis der Forscher im Deutschlandfunk Kultur. Schließlich lese man nicht nur mit den Augen und dem Gehirn, sondern mit dem ganzen Körper. Eilenberger druckt sich längere Texte aus, um sie dann ausgedruckt zu lesen.

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Schließlich sei das Lesen eines Buches auch eine Art Ritual, in dem man sich zurückzieht und Ruhe findet. Bücher könnten auch in Zukunft überleben, wenn man sie als Sammlungsmedium sehe, als Yoga für den Geist. Wer sich konzentriert mit Text beschäftigen wolle, werde vielleicht noch sehr lange bei Papier bleiben.

Allerdings, so räumt Eilenberger ein, habe das digitale Lesen auch seine Vorteile. So kann man in digitalen Texten verlinken und markieren. Und wer schon einmal einen E-Book-Reader in der Hand hatte, der wird sicher auch schätzen, dass sich dort so viele Bücher speichern lassen und der Hintergrund leuchtet.

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